Weiterbildung Intensivmedizin

Die mit 12 Planbetten ausgewiesene interdisziplinäre Intensivstation verfügt über 7 Beatmungsplätze zur nichtinvasiven und invasiven Beatmung und 2 Atemtherapiegeräte (CPAP). Zur Ausstattung gehört ein auf der Intensivstation stationiertes Ultraschallgerät zur Durchführung thorako-abdomineller Sonographien, transthorakaler Echokardiographien (TTE) und transösophagealer  Echokardiographien (TEE). Venöse und arterielle Katheter, sowie Katheter an Nervengeflechte werden ultraschallgestützt appliziert.
Hämofiltration, Hämodialyse und die Überwachung und Messung kardiopulmonaler Parameter mittels PICCO und Pulmonalarterienkatheter werden auf der Intensivstation durchgeführt.

3 von insgesamt 5 Bronchoskopien im Hause befinden sich fest auf der Intensivstation. Zur weiteren Ausstattung der Intensivstation gehören ein invasives Monitoring zur kardiopulmonalen Überwachung, ein neurologisches Monitoring mit EEG und SEP, die invasive und nichtinvasive Blutdruckmessung, Pulsoxymetrie und Kapnometrie, eine zentrale Monitoranlage, ein Gerät zur kontrollierten Hyperthermie bei Z.n. Reanimation und Z.n. malignen Hirninfarkten, ein Defibrillator mit externem Schrittmacher und Kardioversion, ein Transportmonitor, ein Transportbeatmungsgerät und ein mobiles Röntgengerät.

Für den Weiterbildungsassistenten wird für die 2-jährige Weiterbildung Intensivmedizin ein Einarbeitungskonzept festgelegt und ein Mentor bestimmt, der den Mitarbeiter während der Ausbildung begleitet. Neue Mitarbeiter nehmen an einem Einführungstag teil, an dem das St. Augustinus Krankenhaus mit seinen Einrichtungen vorgestellt wird. Mit dem Weiterbildungsassistenten wird mind. einmal jährlich ein Gespräch über den Ausbildungsstand geführt. Erreichtes und Defizite werden aufgezeigt und Ziele vereinbart. Die Gespräche werden schriftlich dokumentiert. Nach Abschluss der Weiterbildung erhält der Weiterbildungs-Assistent ein Zeugnis.

Der Weiterbildungsassistent soll während seiner Ausbildung Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten in der Intensivmedizin erlangen und die speziellen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden erlernen. Darüber hinaus sollen ethische, wissenschaftliche und rechtliche Grundlagen des ärztlichen Handelns vermittelt werden. Der Weiterbildungsassistent lernt den Umgang mit Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten. Unter Wahrung des Selbstbestimmungsrechtes, der Autonomie und Entscheidungsfreiheit des Patienten werden Patientenverfügungen respektiert und intensivmedizinische Entscheidungen auch unter Einbeziehung der Angehörigen interdisziplinär besprochen. Ggf. wird ein Ethik-Konsil eingeholt, wenn Grenzen der Intensivmedizin erreicht sind und u. U. eine palliative Therapie sinnvoll ist.

Der Mitarbeiter soll Erfahrungen in der ärztlichen Gesprächsführung unter Einbeziehung der Angehörigen und in der ärztlichen Begutachtung sammeln. Der Weiterbildungsassistent erlernt die Prinzipien der Intensivpflege, deren Überwachung und Dokumentation und Maßnahmen zur Infektionskontrolle auf der Intensivstation. Psychosoziale, psychosomatische und interkulturelle Einflüsse auf die Gesundheit und deren gesundheitsökonomische Auswirkungen durch unser ärztliches Handeln sind Inhalt der Weiterbildung.

Allgemeine und spezielle Schmerztherapieverfahren (Stufenschema nach WHO, PCA, PCEA etc.) und die Grundlagen der Pharmakotherapie (Wirkung, Nebenwirkung, Interaktion, Arzneimittelmissbrauch) sollen erlernt werden. Der Umgang mit Blutprodukten und Maßnahmen im Rahmen des am Hause installierten QM-Programms für die klinische Anwendung von Blutkomponenten und Plasmaderivaten gehören zur Ausbildung.

Durch die ständige interdisziplinäre Zusammenarbeit auf der Intensivstation (Anästhesie, Innere Medizin I mit Kardiologie, Innere Medizin II mit Gastroenterologie, Neurologie mit Stroke Unit, Orthopädie/Unfallchirurgie, Allgemein- und Viszeralchirurgie mit Thoraxchirurgie) erwirbt der Weiterbildungsassistent Kenntnisse über eine Vielfalt an intensivmedizinischen Krankheitsbildern.

Er erhält Kenntnisse und praktische Erfahrungen in der Pathologie, Pathophysiologie, Diagnostik und Behandlung von Funktionsstörungen lebenswichtiger Organsysteme.

Hierzu zählen:

  • Koronarinsuffizienz
  • der Myokardinfarkt
  • die EKG-Interpretation
  • Bestimmung des Herzzeitvolumens und der gemischt-venösen Sättigung
  • Herzrhythmusstörungen
  • die hypertensive Entgleisung
  • die differenzierte Elektrotherapie des Herzens
  • spezielle Pharmakotherapien bei akut vitalbedrohlichen Herzrhythmusstörungen
  • die Lungenembolie
  • Perikardtamponade und Perikardpunktion
  • die pharmakologische Stützung der Herzfunktion
  • der Einsatz vasoaktiver Substanzen
  • die bilanzierte Flüssigkeitstherapie

Der Weiterbildungsassistent erlernt die Kardioversion, Defibrillation und Elektrostimulation des Herzens und die Technik zur Anlage passagerer transvenöser Schrittmacher, einschl. radiologischer Kontrolle.

Die Behandlung lebensbedrohlicher entzündlicher, neuromuskulärer, extrapyramidaler, myogener und neuropsychiatrischer Erkrankungen ist ebenso Bestandteil der Ausbildung wie das Erkennen und die Behandlung von raumfordernden intrakraniellen Prozessen, intrakraniellen Blutungen, Liquorzirkulationsstörungen und die Versorgung komatöser, bewusstseinsgetrübter, deliranter Patienten. Ein Neuromonitoring (EEG, SEP) wird durchgeführt.

Eine Stroke-Unit zur Schlaganfallbehandlung ist direkt an die Intensivstation angeschlossen. Hier findet eine enge Zusammenarbeit statt. Der Weiterbildungsassistent erlernt die Hirntoddiagnostik einschl. der Organisation von Organspenden.

Das Erkennen und Behandeln von sämtlichen Schockformen (hypovolämischer, hämorrhagischer, septischer und anaphylaktischer Schock) gehört ebenso zur Ausbildung wie die Versorgung von polytraumatisierten Patienten (Schädelhirntrauma, Thoraxtrauma, Abdominaltrauma). Wir sind Mitglied des Trauma-Netzwerks Euregio-Aachen.

Der Weiterbildungsassistent nimmt am Megacode-Training der Intensivstation teil. Die kardiopulmonale Reanimation wird nach den  ERC-Guidelines durchgeführt.

Die intensivmedizinische Behandlung des akuten Lungen- und Nierenversagens, von Störungen des Wasser- und Elektrolythaushaltes, Stoffwechselstörungen, Intoxikationen, Blutgerinnungs-Störungen einschl. heparininduzierter Thrombozytopenie (HIT) gehören ebenso zur Ausbildung wie die Erkennung und Behandlung des akuten Abdomens einschl. der schweren Pankreatitis, der aerobe und anaeroben Infektionen, viraler und nosokomialer Infektionen, die Behandlung des Multiorganversagens, die Behandlung der akuten respiratorischen Insuffizienz, der Pneumonie, Aspiration und deren Folgen.

Der Weiterbildungsassistent erlernt die Therapie schwerwiegender respiratorischer Störungen (Lungenödem, Pneumothorax, Pleuraerguss etc.). Hierzu steht die invasive und nichtinvasive Beatmung mit allen modernen Beatmungsmustern mit Überwachung der exspiratorischen CO2-Konzentration, der pulsoxymetrischen Sauerstoffsättigung und eine bettseitige BGA-Analyse zur Verfügung. Differenzierte Beatmungstechniken einschl. der Beatmungs-Entwöhnung bei langzeitbeatmeten Patienten mittels eines Entwöhnungsprotokolls gehören zum Ausbildungskonzept. Atmungsunterstützende Maßnahmen bei nichtintubierten Patienten werden auf unserer Intensivstation durchgeführt (CPAP, NIV).

Der Weiterbildungsassistent erlernt die Technik der Dilatationstracheotomie, der Bronchoskopie einschl. Bronchial-Lavage, und die Technik der Anlage von Thoraxdrainagen.

Als extrakorporale Nierenersatzverfahren werden die kontinuierliche veno-venöse Hämofiltration CVVH) und die veno-venöse Hämodialyse CVVHD) durchgeführt. Eine kontrollierte Hypothermie wird bei Z.n. kardiopulmonaler Reanimation und nach malignem Hirninfarkt durchgeführt. Bei unkontrollierbaren Hyperthermien wird eine physikalische und pharmakologische Temperaturregulation vorgenommen. Zentrale Venenkatheter, arterielle Katheter, Pulmonalarterienkatheter, PICCO-Katheter werden ultraschallgestützt angelegt. 

Der Weiterbildungsassistent erlernt die Anlage von gastrointestinalen Sonden und von harnableitenden Kathetern (Blasenkatheter, suprapubischer Katheter). Zur kardiovaskulären Überwachung gehören die invasive Blutdruckmessung, Thermodilutionsverfahren (PICCO-Katheter, Pulmonalarterienkatheter), zentralvenöse Druckmessung und Messung der zentralvenösen Sauerstoffsättigung. Eine differenzierte Katecholamintherapie und der Umgang mit vasoaktiven Substanzen erfolgt monitorüberwacht. Die Technik der Intubation einschl. der fiberoptischen Intubation und die Anlage eines Doppellumentubus wird erlernt.

Ebenso ist die Versorgung von Patienten nach großen thorako-abdominellen Eingriffen, von Patienten mit Sepsis und großen Eingriffen aus dem Bereich der Orthopädie/Unfallchirurgie Inhalt der Weiterbildung. Patienten mit akuten gastroenterologischen Störungen, wie Ulkusblutungen, werden endoskopisch versorgt. Verfahren zur Analgesie und Sedierung und Schemata zur enteralen und parenteralen Ernährung sind Bestandteil der Ausbildung. Patienten nach Leberteilresektion werden intensivmedizinisch betreut.

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