Wie hat sich die moderne Anästhesie entwickelt?

Das Wort Anästhesie kommt aus dem Griechischen und bedeutet Unempfindlichkeit. Schon um etwa 1200 vor Chr. erreichte der griechische Arzt Asklepios durch einen Trunk eine Schmerzunempfindlichkeit. In den folgenden Jahrhunderten kamen dazu Alkohol- und Hanfprodukte, Kräuterdämpfe, Opium, Mandragora und Stechapfel zum Einsatz. Ab dem 16. Jahrhundert wurden Äther, Kälte, Nervenkompression, Suggestion und Hypnose verwendet.

1842 nutzten William E. Clarke und Crawford W. Long unabhängig voneinander erstmals Äther und 1844 Horace Wells Lachgas zur Schmerzstillung bei Zahnextraktionen. Als Wegbereiter der Anästhesie gilt William T. G. Morton, der öffentlich vorführte, wie ein Patient unter Narkose operiert wurde. Chloroform setzte ab 1847 James Y. Simpson zur Durchführung von Narkosen ein.

Die Weiterentwicklung führte zu neuen und besser verträglichen Narkosemitteln, mit denen Schmerzen bekämpft, Schlaf erzeugt und Muskeln erschlafft werden.

Zudem ermöglichen die künstliche Beatmung und moderne Überwachungstechnik, auch Risikopatienten zu operieren, was wiederum die Grundlage für die Entwicklung schwieriger Operationsmethoden bildete, wie z. B. der Organtransplantation.

Zur modernen Anästhesiologie gehören neben der Verantwortlichkeit für die Narkose und das Wohlergehen des Patienten nach einer Operation die Intensivmedizin sowie die Rettungsmedizin. Zur Schmerztherapie gehört zudem neben der Schmerzausschaltung nach einer Operation die Behandlung chronischer Schmerzen, z. B. Tumorschmerzen.

Schmerz kann auf unterschiedliche Weise ausgeschaltet werden: durch Allgemeinanästhesie (Vollnarkose), bei der der Patient schläft, durch Regionalanästhesie, bei der einzelne Körperregionen, wie Arme oder Beine, betäubt werden und durch Lokalanästhesie (Örtliche Betäubung).

Auf Wunsch können Sie auch bei der Regional- und Lokalanästhesie schlafen. Welches Anästhesieverfahren wir anwenden, hängt von verschiedenen individuellen Faktoren ab: dem Operationsort, der Operationsart, Ihrem körperlichen Allgemeinbefinden und Ihren persönlichen Wünschen.