Brüche der Wirbelsäule

Wie wird die Behandlung durchgeführt?

Die meisten Brüche der Wirbelsäule können ohne Operation behandelt werden. Nach möglichst kurzer Bettruhe und intensiver Schmerztherapie ist dann eine Mobilisation mit einem Korsett möglich. Häufig liegt die Ursache für den Wirbelkörperbruch in einem Knochenschwund (Osteoporose). Dann kann eine Verstärkung des Wirbelkörpers durch eine Einspritzung von Knochenzement (Vertebroplastie) durchgeführt werden. Dies geschieht in örtlicher Betäubung durch eine Nadel, die vom Rücken her durch die Haut in den Wirbelkörper eingebracht wird. Ist der Wirbelkörper durch den Bruch sehr deformiert, kann vor der Zementeinbringung eine Aufdehnung des Wirbelkörpers erfolgen (Kyphoplastie). Hierzu wird durch die Nadel ein Ballon eingebracht und im Wirbelkörper aufgedehnt. Danach erfolgt die Zementinjektion. Auch dieser Eingriff kann minimalinvasiv über eine Nadel durch die Haut erfolgen.

Kommt es durch den Wirbelbruch zu einer Einengung des Wirbelkanals mit Verletzung des Rückenmarks oder der Nerven, so ist eine offene Entlastung der nervalen Strukturen und eine Stabilisierung der Wirbelsäule mit einem Stangen-Schrauben-System vom Rücken her notwendig.

Gegebenenfalls kann die Stabilisierung auch von vorne erfolgen. Im Halswirbelsäulenbereich geschieht das vom vorderen Hals her; im Brustwirbelsäulenbereich durch den Brustkorb und im Lendenwirbelsäulenbereich durch die Bauchhöhle oder an der Bauchhöhle entlang (retropertoneal). Die Versteifung von vorne wird in synthetischen Blöcken (Cage oder kompletter Wirbelkörperersatz) durchgeführt.

Welche Nachbehandlung ist erforderlich?

Die meisten Patienten können unmittelbar nach der Operation aufstehen und dürfen auch sitzen. Unter Aufsicht des Physiotherapeuten wird die Muskulatur schrittweise wieder aufgebaut. In Abhängigkeit von der Operationstechnik ist ein Korsett (BOB-Korsett, 3-Punkt-Korsett oder eine Halskrause) notwendig.