Vom gläsernen Menschen

Der Wunsch, nicht nur von Ärzten, in den Menschen hineinschauen zu können, ohne ihn dabei zu verletzen, ist wahrscheinlich so alt wie die Humanmedizin selbst. Heutzutage für uns alle selbstverständlich sind Röntgenaufnahmen eines Patienten. Der Arzt kann in den Menschen „hineinschauen" und so Erkrankungen sehr viel genauer feststellen.

Was heute zum Alltag fast jedes Mediziners gehört, ist noch gar nicht so lange möglich. Denn erst vor gut 117 Jahren, am 8. November 1895, entdeckte Wilhelm Konrad Röntgen die nach ihm benannten Strahlen. Sie sind seither in der Medizin nicht mehr wegzudenken und haben sich bis heute rasant, auch durch neue technische Verfahren, weiterentwickelt.

Nachdem die Röntgenaufnahmen lange Zeit einzig und beherrschend auf dem Gebiet der „Diagnostischen Radiologie" war, sind in den letzten Jahrzehnten auch weitere, andere, Diagnosemöglichkeiten entwickelt worden. Der Vorteil der neuen Methoden liegt darin, dass für die Untersuchung keine Röntgenstrahlen benötigt werden.

Zunächst wurden Diagnosemethoden mittels Ultraschall entwickelt, es folgte die Möglichkeit der Schnittbilddiagnostik, allerdings unter Verwendung bzw. mittels Einsatz von Röntgenstrahlen und jetzt, als jüngster Stand der Technik, sind Abbildungen der Organe mithilfe der Magnetresonanztherapie (MRT/Kernspintomografie) möglich und nicht mehr wegzudenken aus der Diagnostik.

Alle diese Diagnosemöglichkeiten stehen Ihnen im St. Augustinus Krankenhaus zur Verfügung. Aus der Röntgenabteilung des Krankenhauses entstand am 1. Januar 1994 durch die Eröffnung des Institutes für Diagnostische Radiologie eine sehr gut ausgestattete Abteilung.

Jährlich werden rund 50.000 Röntgenuntersuchungen aller Körperregionen durchgeführt und fachärztlich ausgewertet.

Im Mittelpunkt stehen dabei die herkömmlichen konventionellen Röntgenbilder in digitaler Technik, die auch digital archiviert werden, wodurch zu jedem Zeitpunkt ein Zugriff auf die Bilder auf allen Stationen und Ambulanzen möglich ist. So sind die Kliniker in der Lage, sich die Bilder von den Patienten an jedem Ort der Klinik anzuschauen. Auch ein Export von Bildern in angeschlossene Unikliniken ist unverzüglich möglich. Eine optimale Versorgung des Patienten kann somit gewährleistet werden.

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Digitale Subtraktionsangiografie (DSA)

Neben der Darstellung von Gefäßen erlaubt die Digitale Subtraktionsangiografie (DSA) auch die Behandlung von Gefäßverschlüssen. Hier kommen sowohl intraarterielle Lyse-Verfahren als auch eine Aufdehnung der verschlossenen oder eingeengten Gefäße (PTA) zur Anwendung. Ein besonderer Schwerpunkt hat sich in diesem Zusammenhang in der Versorgung von Gefäßeinengungen der hirnversorgenden Gefäße etabliert. So konnten in der Zwischenzeit mehr als 100 Patienten mit Gefäßstützen (bestehend aus einem dünnen Drahtgeflecht), sogenannten Stents, versorgt werden. Dieses Verfahren eignet sich insbesondere zur Beseitigung von Stenosen (Einengungen) der großen Halsgefäße und dient somit ganz entscheidend der Prophylaxe von Schlaganfällen.
Darüber hinaus werden Kontrastmittel unterstütze Darstellungen des Magen-Darm-Trakts, der Gelenke, der Venen und Arterien durchgeführt.

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Computertomografie und Magnetresonaztomografie

Neu eingeführt wurden in der Abteilung sogenannte Hybriduntersuchungen. Hierbei handelt es sich um kombinierte Verfahren die sowohl in der Durchleuchtung als auch in der MRT und der CT durchgeführt werden. Dazu gehören z.B.: Spezialuntersuchungen des Dünndarms (MR-Sellink) sowie der Gelenke (MR-Arthrografie).

Einen weiteren Schwerpunkt der Abteilung bilden die Schnittbildverfahren.
Die Abteilung verfügt über ein 64-zeiliges Multislice CT und einen 3-Tesla-Magnetresonanztomografen, dadurch haben sich neue Dimensionen in der Bildgebung eröffnet.

Es sind Aufnahmen in feinsten Schnitten, bei exzellenter Bildqualität, von jedem Organ eines Patienten möglich. Häufig werden dabei auch dreidimensionale Bilder erzeugt, die in plastischer Weise krankhafte Veränderungen offenbaren.

Beide Verfahren benutzen wir aber nicht nur zur reinen Bildgebung. Das CT dient auch der Steuerung gezielter Behandlungen im Rahmen der Bandscheibentherapie. Zudem ermöglicht die CT die Drainage von Abszessen, Punktionen und Probeentnahmen in der Tumordiagnostik. Einen weiteren festen Platz hat sie in der interventionellen Schmerztherapie.

In der MRT haben sich in den vergangenen Jahren neue Möglichkeiten in der Funktionsdiagnostik ergeben. Beispielhaft sei hier nur die funktionelle Bildgebung des Gehirns (das Denken wird sichtbar) und die funktionelle Darstellung verschiedener Körperfunktionen genannt.

Die gezielte Diagnostik und besonders die therapeutischen Möglichkeiten eröffnen sich für den Patienten durch die enge und positive Zusammenarbeit zwischen Radiologie und den einzelnen Fachabteilungen des Hauses. Eine Zusammenarbeit die nach ständiger Verbesserung der medizinischen Versorgung des Patienten strebt.

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