Moderne Intensivmedizin der JG Rur-Kliniken gibt Patienten nach schwerer Sepsis neue Perspektive
Von der hochspezialisierten Akutversorgung bis zur Rückkehr in den Alltag: Wie interdisziplinäre Intensivmedizin Leben rettet.
Düren. Als Frank Heid wegen einer Routineuntersuchung ins Lendersdorfer Krankenhaus kam, ahnte niemand, dass wenige Tage später ein monatelanger Kampf ums Überleben beginnen würde. Nach einem notwendig gewordenen Darmeingriff entwickelte der heute 54-Jährige, der seit Jahren an Multipler Sklerose leidet und deshalb immungeschwächt ist, einen septischen Schock. Es folgten wiederholte Operationen, eine vierwöchige Beatmung, ein Luftröhrenschnitt und insgesamt fast drei Monate auf der Intensivstation. Heute kämpft er sich Schritt für Schritt zurück ins Leben und ist überzeugt: „Ich habe erlebt, wie wichtig moderne Intensivmedizin ist und mit welchem Einsatz die Menschen dort arbeiten. Für Betroffene ist eine Intensivstation oft ein Ort der Sorge. Für mich war sie der Ort, an dem ich die Chance bekommen habe, gesund zu werden. Dr. Huppertz-Thyssen und Dr. Sommer, vor allem aber auch die Pflegekräfte im St. Augustinus-Krankenhaus, haben mir nicht nur medizinisch geholfen, sondern auch menschlich viel Halt gegeben.“
Sein Schicksal steht beispielhaft für das, was die Intensivmediziner der JG Rur-Kliniken heute leisten können: hochspezialisierte Medizin, modernste Technik und ein interprofessionelles krankenhausübergreifendes Team, das rund um die Uhr gemeinsam für schwerstkranke Menschen arbeitet.
„Intensivmedizin bedeutet weit mehr als Leben zu erhalten. Unser Ziel ist es, Patienten nach einer lebensbedrohlichen Erkrankung wieder eine Perspektive auf ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen“, erklären Dr. med. Markus Huppertz-Thyssen und Dr. med. Rainer Terhorst, die Chefärzte der intensivmedizinischen Teams der JG Rur-Kliniken.
Die Intensivmediziner beider Krankenhäuser behandeln jährlich zahlreiche Patientinnen und Patienten mit lebensbedrohlichen Erkrankungen unterschiedlichster Fachrichtungen. Zum Behandlungsspektrum gehören unter anderem schwere Infektionen und Sepsis, komplexe internistische Erkrankungen, große chirurgische Eingriffe sowie Patientinnen und Patienten mit Multiorganversagen sowie im St. Augustinus-Krankenhaus zusätzlich noch schwere Unfälle und neurologische Erkrankungen.
Frank Heid musste während seines Aufenthaltes mehrfach operiert werden. Der septische Schock erforderte eine hochkomplexe intensivmedizinische Behandlung. Neben einer differenzierten Organunterstützung spielte insbesondere die individuell abgestimmte medikamentöse Therapie eine entscheidende Rolle. Hier profitieren die JG Rur-Kliniken von der Expertise spezialisierter Antibiotikaexperten mit zum Teil internationalem Renommee, die die behandelnden Teams bei komplexen Infektionen beraten und begleiten.
Über Wochen wurde Herr Heid invasiv beatmet. Nach einem Luftröhrenschnitt konnte die künstliche Beatmung schrittweise beendet werden. Mit einer Sprechkanüle gelang ihm schließlich die Rückkehr zur verbalen Kommunikation, ein wichtiger Schritt auf seinem langen Weg der Genesung.
Zur hohen medizinischen Qualität trägt auch die digitale Infrastruktur beider Intensivstationen bei. Alle relevanten Behandlungsdaten werden über ein modernes Patientendaten-Management-System (PDMS) vollständig digital dokumentiert. Dadurch stehen sämtliche Informationen jederzeit aktuell und strukturiert für alle beteiligten Berufsgruppen zur Verfügung und unterstützen schnelle, sichere Therapieentscheidungen.
Besonders beeindruckt zeigte sich Frank Heid von der telemedizinischen Zusammenarbeit mit der operativen Intensivmedizin der Uniklinik RWTH Aachen. Während seines Aufenthaltes erlebte er bewusst mit, wie Dr. Huppertz-Thyssen mit seinen intensivmedizinischen Kolleginnen und Kollegen gemeinsam seinen komplexen Behandlungsverlauf bewerteten.
„Mich hat fasziniert, welche Möglichkeiten die moderne Technik heute bietet. Zu wissen, dass sich zusätzlich Experten aus Aachen mit meinem Krankheitsverlauf beschäftigen, hat mir ein großes Gefühl der Sicherheit gegeben“, berichtet Frank Heid.
Die telemedizinische Kooperation ermöglicht regelmäßige gemeinsame Visiten und den unmittelbaren Austausch zwischen den intensivmedizinischen Experten der JG Rur-Kliniken und der Uniklinik Aachen. Dadurch kann universitäre Expertise jederzeit in die Behandlung einfließen, ohne dass Patientinnen und Patienten verlegt werden müssen. Internationale Studien belegen, dass telemedizinische Zusammenarbeit die Behandlungsqualität verbessern.
Die ärztliche und fachpflegerische intensivmedizinische Versorgung innerhalb der JG Rur-Kliniken wird unterstützt von einem multiprofessionellen Team aus Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und weiteren Fachbereichen. Zum Leistungsspektrum gehören unter anderem moderne Beatmungsverfahren, differenzierte Kreislauftherapie, Organersatzverfahren, Ultraschalldiagnostik direkt am Patientenbett, komplexe Schmerztherapie inklusive Regionalanalgesie sowie strukturierte Konzepte zur möglichst frühen Mobilisation. Ziel ist es, nicht nur das akute Überleben zu sichern, sondern die körperliche und geistige Erholung bereits während des Intensivaufenthaltes aktiv zu fördern. Gerade bei langen Intensivaufenthalten gewinnen auch die Angehörigen eine besondere Bedeutung. Sie sind wichtige Partner im Behandlungsprozess und geben vielen Patientinnen und Patienten Orientierung und Halt.
Frank Heid absolviert heute regelmäßig Physio- und Ergotherapie und arbeitet weiter daran, seine Selbstständigkeit zurückzugewinnen. Sein größter Wunsch ist es, wieder ohne Unterstützung gehen und schließlich in seinen Beruf zurückkehren zu können. Seine Geschichte macht deutlich, was moderne Intensivmedizin heute leisten kann: Sie verbindet medizinische Spitzenkompetenz mit innovativer Technik und menschlicher Zuwendung.
Weitere Informationen: Josefs-Gesellschaft gAG, Köln
Die Pressefotos dieser Mitteilung stehen dem Empfänger honorarfrei zur Veröffentlichung im Zusammenhang mit diesem Thema zur Verfügung.
Pressematerial zum Download (PDF | 291 kb)
Foto (© K. Erdem) v.l.: Das Ärzteteam Dr. med. Sascha Zschernitz (ltd. Oberarzt St. Marien-Hospital), Dr. med. Markus Huppertz-Thyssen, MHBA, DESAIC, FESAIC (Chefarzt St. Augustinus-Krankenhaus) und Dr. med. Rainer Terhorst, DEAA (Chefarzt St. Marien-Hospital) aus Düren freuen sich über die Genesung von Frank Heid. Nicht im Bild: Dr. med. Arndt Sommer (ltd. Oberarzt und Sektionsleiter Intensivmedizin St. Augustinus-Krankenhaus)